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Zeitwirtschaft · Metallverarbeitung

Zeitstudien in der Metallverarbeitung – belastbare Vorgabezeiten für Fertigung und Kalkulation

Vorgabezeiten sind die Grundlage für Kalkulation, Kapazitätsplanung und Personalbedarf. In metallverarbeitenden Betrieben stammen sie oft aus veralteten ERP-Stämmen oder geschätzten Werten – und weichen im variantenreichen Alltag deutlich vom tatsächlichen Aufwand ab.

Oschatz Consulting ermittelt Zeitdaten methodisch, nachvollziehbar und im Dialog mit Ihren Beschäftigten – REFA-orientiert und sachlich dokumentiert. So erhalten Geschäftsführung, Produktionsleitung, Arbeitsvorbereitung, Industrial Engineering und Controlling eine belastbare Datenbasis.

Ausgangslage

Typische Fragestellungen in der Metallverarbeitung

Wenn Zeitdaten nicht mehr zur Realität passen, zeigt sich das an vielen Stellen zugleich – in der Kalkulation, in der Planung und in der Auslastung.

Veraltete Vorgabezeiten

Zeitstämme stammen aus Alt-ERP oder Schätzungen und wurden seit Jahren nicht überprüft.

Variantenvielfalt

Viele ähnliche Produkte mit unterschiedlichem Aufwand lassen Pauschalzeiten unpräzise werden.

Rüstzeiten

Rüstzeiten umfassen den losgrößenunabhängigen Aufwand für Einrichten, Werkzeugwechsel und Ersteinstellung; Stückzeiten den Aufwand je gefertigter Einheit. Häufig sind beide nicht getrennt erfasst, was bei kleinen Losen mit hohem Rüstanteil zu systematischen Kalkulationsfehlern führt.

Stückzeiten

Reine Bearbeitungszeiten je Einheit sind unklar und schwanken je nach Los und Material.

Kalkulationsabweichungen

Nachkalkulation und Vorkalkulation gehen auseinander, ohne dass die Ursache belegt ist.

Kapazitätsplanung

Belastungen einzelner Bereiche lassen sich mit unsicheren Zeiten nicht verlässlich planen.

Personalbedarf

Der tatsächliche Bedarf je Bereich ist ohne belastbare Zeitbasis kaum objektiv zu begründen.

Betrachtungsumfang

Diese Fertigungsbereiche betrachten wir

Zeitstudien setzen dort an, wo Wertschöpfung und Aufwand entstehen – über die gesamte Prozesskette Ihrer Fertigung.

  • ZerspanungDrehen, Fräsen, Bohren – Maschinenlauf und Bedienung
  • BlechbearbeitungSchneiden, Kanten, Umformen
  • SchweißenManuelle und teilautomatisierte Fügeprozesse
  • MontageVor- und Endmontage, Baugruppen
  • OberflächenbehandlungStrahlen, Beschichten, Lackieren
  • QualitätssicherungPrüf- und Messtätigkeiten
  • Innerbetriebliche LogistikTransport, Bereitstellung, Handling
Methodische Sorgfalt

Was Zeitstudien in der Metallverarbeitung berücksichtigen müssen

Aussagekräftige Vorgabezeiten entstehen nur, wenn die Einflussgrößen der Fertigung sauber getrennt und dokumentiert werden. Bei variantenreicher Fertigung bestimmen Einflussgrößen wie Materialart, Bauteilgeometrie oder Losgröße, wie stark sich der Zeitbedarf je Auftrag unterscheidet. Wer diese Zusammenhänge kennt, kann belastbare Vorgabezeiten ableiten, ohne jede einzelne Variante separat aufnehmen zu müssen.

  • Wechselnde Losgrößen
  • Material- und Produktvarianten
  • Maschinenlauf gegenüber manueller Tätigkeit
  • Rüsten und Einrichten
  • Werkzeugwechsel
  • Störungen und Unterbrechungen
  • Nacharbeit
  • Verteilzeiten (sachlich und persönlich)
  • Einbindung der Beschäftigten
Vorgehen

So läuft die Untersuchung ab

Zeitstudien folgen einem klaren, transparenten Ablauf – offen gegenüber Beschäftigten und Betriebsrat, methodisch nachvollziehbar in jedem Schritt.

  1. Auftragsklärung

    Ziele, Umfang und betroffene Bereiche werden gemeinsam festgelegt.

  2. Auswahl repräsentativer Vorgänge

    Typische Teile, Varianten und Losgrößen werden ausgewählt.

  3. Abstimmung mit Beschäftigten und Betriebsrat

    Ablauf, Zweck und Datenschutz werden offen kommuniziert und abgestimmt.

  4. Aufnahme vor Ort

    Zeitaufnahme direkt am Arbeitsplatz unter realen Bedingungen.

  5. Leistungsgrad sachlich erklären

    Leistungsgrad und Bezugsleistung werden nachvollziehbar und fair beurteilt.

  6. Auswertung

    Ist-, Normal- und Vorgabezeiten werden ermittelt und plausibilisiert. Die Istzeit ist die tatsächlich gemessene Ablaufzeit. Die Normalzeit bereinigt sie um den beurteilten Leistungsgrad und macht Messungen vergleichbar. Die Vorgabezeit schließt Verteil- und Erholzeiten ein und bildet die verbindliche Grundlage für Kalkulation und Kapazitätsplanung. Die Planzeit ergänzt den auf das Einzelstück umgelegten Rüstanteil und ermöglicht losgrößenabhängige Vorkalkulationen.

  7. Dokumentation

    Alle Annahmen, Leistungsgradbeurteilungen und Zeitwerte werden so dokumentiert, dass die Ergebnisse später nachvollziehbar und aktualisierbar bleiben – auch ohne den ursprünglichen Berater. Ein abgestimmtes Pflegekonzept legt fest, bei welchen Änderungen am Produkt oder Prozess die Zeitstämme erneut zu überprüfen sind, damit die Datenbasis dauerhaft aktuell bleibt.

  8. Ergebnisworkshop

    Ergebnisse und Maßnahmen werden gemeinsam besprochen.

Anonymisierte Projektsituation

Typische Projektsituation

Ausgangslage

Ein metallverarbeitender Betrieb mit variantenreicher Serienfertigung arbeitete mit Vorgabezeiten aus dem ERP-System, die über Jahre nicht mehr überprüft worden waren. Rüst- und Stückzeiten waren nicht getrennt, Nachkalkulationen wichen wiederholt von der Vorkalkulation ab.

Methode

Wir wählten repräsentative Teile und Varianten aus, nahmen die Vorgänge vor Ort auf und trennten Rüst-, Stück- und Verteilzeiten sauber. Maschinenlauf und manuelle Tätigkeit wurden getrennt betrachtet.

Erkenntnis

Es zeigte sich, dass die hinterlegten Zeiten die Rüstanteile systematisch unterschätzten und die Varianten unterschiedlich stark belasteten – eine wesentliche Ursache der Kalkulationsabweichungen.

Umsetzbare Maßnahmen

Auf dieser Basis wurden aktualisierte Vorgabezeiten mit getrennten Rüst- und Stückzeiten, eine belastbarere Kalkulationsgrundlage und ein einfaches Pflegekonzept für die Zeitstämme abgeleitet.

Anonymisierte, verallgemeinerte Darstellung. Keine konkreten Kennzahlen, da im Einzelfall betriebsspezifisch.

Ergebnis

Was Sie als Ergebnis erhalten

Am Ende steht keine Blackbox, sondern eine dokumentierte, nachvollziehbare Datenbasis, mit der Ihre Bereiche weiterarbeiten können. Die Ergebnisse unterscheiden systematisch zwischen Istzeit (gemessene Ablaufzeit), Normalzeit (leistungsgradbereinigt und vergleichbar), Vorgabezeit (mit Verteil- und Erholzeiten, verbindlich für Planung und Lohngestaltung) und Planzeit (losgrößenbezogen, für die Vorkalkulation). Diese Unterscheidung ist Voraussetzung für eine konsistente und belastbare Kalkulation.

Dokumentierte Ist-, Normal-, Vorgabe- und Planzeiten

Getrennte Rüst- und Stückzeiten

Transparente Einflussgrößen je Vorgang

Belastbare Kalkulationsbasis

Grundlage für die Kapazitätsplanung

Pflegekonzept für aktuelle Zeitstämme

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Zeitstudien

Das hängt von Umfang, Variantenvielfalt und Zahl der betrachteten Bereiche ab. Nach der Auftragsklärung legen wir den Umfang gemeinsam fest und stimmen einen realistischen Zeitrahmen ab. Es werden nur repräsentative Vorgänge aufgenommen, nicht jeder Einzelfall.

Zeitstudien sind mitbestimmungsrelevant. Der Betriebsrat wird frühzeitig eingebunden, Zweck und Ablauf werden offen kommuniziert. Wir arbeiten transparent, achten auf Datenschutz und beurteilen fair – nicht gegen die Beschäftigten, sondern gemeinsam mit ihnen.

Eine Zeitstudie misst einzelne Vorgänge detailliert über die Zeitaufnahme und liefert genaue Vorgabezeiten. Eine Multimomentstudie erfasst über viele Stichprobenbeobachtungen die Häufigkeit von Tätigkeits- und Verteilzeitanteilen. Beide Verfahren ergänzen sich je nach Fragestellung.

Der Leistungsgrad beschreibt, wie die beobachtete Arbeitsgeschwindigkeit im Verhältnis zu einer definierten Bezugsleistung einzuordnen ist. Er wird sachlich und nachvollziehbar beurteilt, um aus der gemessenen Istzeit eine faire Normalzeit abzuleiten – methodisch, nicht als Bewertung einzelner Personen.

Wir wählen repräsentative Teile und Varianten aus und trennen konstante von variantenabhängigen Anteilen. Einflussgrößen wie Materialart oder Bauteilgeometrie werden dokumentiert und können später genutzt werden, um Zeiten für neue Varianten abzuleiten, ohne erneut aufnehmen zu müssen.

Kontakt

Vorgabezeiten in der Metallverarbeitung objektiv prüfen

Lassen Sie Ihre Zeitdaten methodisch überprüfen und schaffen Sie eine belastbare Grundlage für Kalkulation, Planung und Personalbedarf.