Produktivität und Personalbedarf in Gießereien objektiv bewerten
Wir untersuchen Abläufe, Zeitanteile und Personalbedarf in Ihrer Gießerei mit anerkannten arbeitswissenschaftlichen Methoden – nachvollziehbar, betrieblich abgestimmt und ohne Effekthascherei. Ziel ist eine belastbare Grundlage für Entscheidungen zu Besetzung, Prozessen und Verlustzeiten.
Typische Fragestellungen in Gießereien
Viele Gießereien stehen vor ähnlichen Fragen. Sie lassen sich selten aus dem Bauchgefühl beantworten – eine strukturierte Untersuchung schafft hier Klarheit.
Personalbedarf
Wie viele Beschäftigte werden je Bereich und Schicht tatsächlich benötigt – und wie lässt sich das nachvollziehbar begründen?
Verlustzeiten
Wo entstehen Warte-, Stör- und Nebenzeiten, und welchen Anteil an der Arbeitszeit machen sie aus?
Schichtbesetzung
Ist die Besetzung über die Schichten hinweg ausgewogen oder gibt es systematische Über- und Unterdeckungen?
Vorgabezeiten
Sind vorhandene Vorgabezeiten noch belastbar oder spiegeln sie die heutige Arbeitsrealität nicht mehr wider?
Engpässe
An welchen Stellen begrenzen einzelne Arbeitsplätze oder Abläufe den Durchsatz der gesamten Gießerei?
Diese Bereiche betrachten wir
Wir betrachten die Gießerei entlang ihrer Prozesskette – von der Schmelze bis zur Materialversorgung. So werden Wechselwirkungen zwischen den Bereichen sichtbar, statt einzelne Arbeitsplätze isoliert zu bewerten.
Schmelzbetrieb
Beschickung, Schmelzführung, Behandlung und Übergabe – einschließlich der Abstimmung mit der Formerei.
Formerei
Formherstellung, Gießen und die Taktung im Zusammenspiel von Anlage, Material und Personal.
Kernmacherei
Kernfertigung, Kernbehandlung und die Bereitstellung passend zum Bedarf der Formerei.
Putzerei
Trennen, Strahlen, Schleifen und Nacharbeit – häufig mit hohem Anteil manueller Tätigkeiten.
Instandhaltung
Geplante und ungeplante Tätigkeiten sowie deren Einfluss auf Verfügbarkeit und Ablauf.
Materialversorgung
Transport, Bereitstellung und innerbetriebliche Logistik zwischen den Bereichen.
Was unter Gießereibedingungen besonders ist
Standardansätze aus anderen Branchen greifen in der Gießerei oft zu kurz. Die Erhebung muss den besonderen Bedingungen vor Ort gerecht werden – sonst sind die Ergebnisse nicht belastbar.
N-Zeiten
Sachlich begründete Verteilzeiten für Erholung und persönliche Bedürfnisse müssen den Belastungen angemessen berücksichtigt werden.
Unregelmäßige Tätigkeiten
Viele Arbeitsschritte wiederholen sich nicht im festen Takt, sondern treten unregelmäßig und ereignisabhängig auf.
Raue Bedingungen und Hitze
Hitze, Staub und Lärm prägen die Arbeit und beeinflussen sowohl Leistung als auch die Wahl der Erhebungsmethode.
Wege- und Wartezeiten
Transport-, Wege- und Wartezeiten haben häufig einen erheblichen Anteil an der Gesamtzeit und gehören sauber erfasst.
Wechselnde Auftragsstrukturen
Unterschiedliche Serien, Gewichte und Geometrien führen zu schwankenden Aufwänden je Auftrag.
Einbindung der Beschäftigten
Belastbare Ergebnisse entstehen nur mit den Beschäftigten – durch Transparenz über Zweck, Vorgehen und Umgang mit den Daten.
Passende Methoden
Wir kombinieren anerkannte arbeitswissenschaftliche Verfahren – je nach Fragestellung und Bereich. Zu jeder Methode finden Sie eine ausführliche Beschreibung.
Multimomentstudien
Stichprobenbasierte Beobachtung, um Tätigkeitsanteile und Verlustzeiten über größere Bereiche statistisch abzusichern.
REFA-orientierte Zeitstudien
Detaillierte Zeitaufnahmen für einzelne Arbeitsvorgänge als Grundlage belastbarer Vorgabezeiten.
Personalbedarfsanalyse
Ermittlung des sachlich begründeten Personalbedarfs je Bereich und Schicht auf Basis der erhobenen Daten.
Ablauf- und Prozessanalyse
Strukturierte Betrachtung von Abläufen, Schnittstellen und Engpässen entlang der Prozesskette.
Produktivitätsanalyse
Zusammenführung der Ergebnisse zu einem Gesamtbild der Produktivität mit priorisierten Ansatzpunkten.
So läuft die Untersuchung ab
Das Vorgehen ist in klar abgegrenzte Schritte gegliedert. So bleibt der Aufwand planbar und die Ergebnisse sind zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar.
- 01
Auftragsklärung
Gemeinsame Klärung von Ziel, Fragestellung und Erwartungen an das Ergebnis.
- 02
Abgrenzung
Festlegung von Bereichen, Arbeitsplätzen, Schichten und Zeiträumen der Untersuchung.
- 03
Datenerhebung vor Ort
Beobachtung und Zeiterfassung direkt im Betrieb – unter realen Bedingungen.
- 04
Auswertung
Aufbereitung und Analyse der Daten zu Tätigkeitsanteilen, Zeiten und Personalbedarf.
- 05
Ergebnisworkshop
Vorstellung und Einordnung der Ergebnisse gemeinsam mit den Verantwortlichen.
- 06
Priorisierter Maßnahmenplan
Ableitung konkreter, nach Wirkung und Aufwand priorisierter Maßnahmen.
Anonymisiertes Praxisbeispiel
Es handelt sich um eine typische, anonymisierte Projektsituation zur Veranschaulichung des Vorgehens. Sie enthält bewusst keine konkreten Kennzahlen und bildet keinen bestimmten Kunden ab.
Eine Gießerei mit Serien- und Einzelfertigung nimmt in der Putzerei und der Materialversorgung wiederkehrende Engpässe wahr. Personalbedarf und Schichtbesetzung werden kontrovers diskutiert, eine belastbare Datengrundlage fehlt jedoch.
Zum Einsatz kommt eine Kombination aus Multimomentstudie über mehrere Bereiche und Schichten sowie ergänzenden Zeitaufnahmen an ausgewählten Arbeitsplätzen. Wege- und Wartezeiten werden gesondert erfasst.
Ein relevanter Anteil der Zeit entfällt nicht auf die wertschöpfende Tätigkeit selbst, sondern auf Bereitstellung, Transport und Warten an Schnittstellen zwischen den Bereichen. Der wahrgenommene Personalengpass ist teilweise ein Ablaufthema.
Abgeleitet werden unter anderem eine geänderte Bereitstellung an der Putzerei, eine angepasste Schichtabstimmung mit der Materialversorgung sowie klarere Übergaberegeln. Die Maßnahmen werden nach Wirkung und Aufwand priorisiert.
Was Sie als Ergebnis erhalten
Am Ende steht kein Bauchgefühl, sondern eine nachvollziehbare Grundlage für Entscheidungen zu Personalbedarf, Abläufen und Produktivität.
Belastbare Datengrundlage
Nachvollziehbar erhobene Daten statt Schätzungen als Basis für Diskussion und Entscheidung.
Tätigkeitsanteile
Transparenz darüber, wie sich die Arbeitszeit auf wertschöpfende, unterstützende und verlustbehaftete Anteile verteilt.
Soll-Ist-Bild
Gegenüberstellung des Ist-Zustands mit einem sachlich begründeten Soll als Orientierung.
Personalbedarf je Bereich und Schicht
Ermittelter Personalbedarf, differenziert nach Bereich und Schicht.
Priorisierte Hebel
Die wirksamsten Ansatzpunkte, geordnet nach Wirkung und Umsetzbarkeit.
Nachvollziehbare Dokumentation
Eine Dokumentation, die Vorgehen, Annahmen und Ergebnisse prüfbar festhält.
Fragen und Antworten
Die Dauer hängt vom Umfang ab – also davon, wie viele Bereiche, Arbeitsplätze und Schichten betrachtet werden und welche Methode zum Einsatz kommt. Der Rahmen wird in der Auftragsklärung gemeinsam abgesteckt, sodass Aufwand und Zeitbedarf vorab transparent und planbar sind.
Ja. Zeit- und Leistungsstudien sind mitbestimmungspflichtig. Der Betriebsrat wird frühzeitig über Ziel, Vorgehen und Umfang informiert und einbezogen. Ein transparentes, abgestimmtes Vorgehen ist Voraussetzung für belastbare und akzeptierte Ergebnisse.
Die Erhebung dient der Bewertung von Abläufen und Bereichen, nicht der Beurteilung einzelner Personen. Die Auswertung erfolgt anonymisiert und verdichtet auf Bereichs-, Tätigkeits- und Schichtebene. Die geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben werden dabei eingehalten.
Ja. Gerade im Schichtbetrieb ist es wichtig, über die Schichten hinweg zu erheben, da sich Besetzung, Auftragslage und Bedingungen unterscheiden können. Die Untersuchung wird so angelegt, dass die relevanten Schichten und Zeiträume abgedeckt sind.
Eine Multimomentstudie erfasst über viele Stichproben, wie sich die Zeit über größere Bereiche auf Tätigkeiten und Verlustzeiten verteilt – ideal für den Überblick. Eine Zeitstudie misst einzelne Arbeitsvorgänge detailliert und liefert die Grundlage für Vorgabezeiten. In der Praxis werden beide Verfahren häufig kombiniert.
Gießereiprozesse objektiv bewerten lassen
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